Im April 1900 fasste der 1876 geborene Bäckermeister Heinrich Tönjes den Entschluß sein kurz vor der Jahrhundertwende an der Langen Straße in Ganderkesee errichtetes Geschäftshaus mit „Kolonialwaren“ um eine Backstube zu erweitern. Der Ein-Mann-Betrieb lief so gut an, dass der Firmengründer schon nach wenigen Jahren einen für damalige Zeiten hochmodernen Dampfbackofen anschaffen konnte.

Heinrich Tönjes war der erste von 4 Bäckern im Ort, der im Jahre 1929 eine Teigknetmaschine anschaffte, die mittels Göbel per Pferdekraft angetrieben wurde. Pferde spielten schon immer eine große Rolle bei der Bäckerei Tönjes, zumal die vielen umliegenden Dörfer mit dem Pferdewagen beliefert wurden.

 

Nach der schwierigen Zeit des 1. Weltkriegs und der anschließenden Inflation ging es Schritt für Schritt aufwärts mit der Bäckerei. 1933 firmierte der Betrieb unter Heinrich Tönjes, Dampf-Bäckerei und Kolonialwaren Handlung.

Der 1910 geborene Sohn des Firmengründers, Fritz Tönjes, erlernte ebenfalls das Bäckerhandwerk und legte 1937 seine Meisterprüfung ab. Sein Erbe konnte er allerdings nicht antreten, da er 1943 aus Stalingrad nicht wieder heimkehrte.

Während der Zeit des 2. Weltkrieges führte daher Heinrich Tönjes zusammen mit seiner Schwiegertochter Martha die Bäckerei - so gut es ging - weiter.

Der Start nach Ende des Krieges fiel besonders schwer, da im April 1945 bei Kämpfen im Ort Ganderkesee die Gebäude der Bäckerei und des Ladengeschäftes völlig zerstört worden waren. Unterstützt wurden Martha und Heinrich Tönjes vom 2. Sohn des Firmengründers, Gustav Tönjes.

Der Aufschwung der Bäckerei Tönjes begann dann Mitte der 60er Jahre, als Heinrichs Enkel, Gerold Tönjes, die Leitung zusammen mit seiner Frau Hilde übernahm. Er erkannte schnell, dass der Kundenkreis vergrößert werden musste, wenn das Unternehmen Zukunft haben sollte. Er setzte auf Expansion.

So wurde im Jahre 1974 die 1. Filiale im Roland-Center in Bremen- Huchting eröffnet.

Es folgte ein stetiger Ausbau des Filialnetzes. In den Jahren 1976, 1984 und 1995 wurde die Backstube an der Langen Straße beständig erweitert und die Maschinentechnik den neuesten Standards angepasst.

Neben dem Filialbetrieb wurde ein 2. Standbein aufgebaut. Mit der Firma Schöller wurde Anfang der 90er Jahre der 1. Kunde aus dem Tiefkühlbereich gewonnen.

Im Jahre 1998 trat Gerold Tönjes' Sohn Axel, der zum Konditor und Bäckermeister ausgebildet worden war, mit in die Geschäftsleitung ein.
 

Da somit die Fortführung des Unternehmens auf lange Sicht gewährleistet war, beschloss die Familie Tönjes - auch im Hinblick auf die anhaltende Expansion und den fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Gelände an der Langen Straße - eine neue Backstube zu bauen. 1999 wurde der neue Produktionsbetrieb, mit einer Größe von 4000 qm, auf einem 1,6 ha großen Grundstück, im Gewerbegebiet in Ganderkesee/Bookhorn, errichtet.